Ganz ehrlich.

Das Thema Gewicht ist mir so dermaßen auf die Nerven gegangen in den letzten Wochen. Ich habe versagt, mein Blog zeigt es ganz deutlich. Dann war ich beim Arzt und es wurde festgestellt, dass etwas mit der Schilddrüse nicht stimmt. Das haben wohl viele Menschen und genauere Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Ich ernähre mich nicht wirklich gesund, aber seit einigen Tagen esse ich zumindest regelmäßiger – mehrere (kleinere) Mahlzeiten. Ich habe ewig keinen Sport mehr gemacht. Ich weiß, dass ich selbst viel ändern könnte. Aber ich klammere mich an diese Hoffnung, dass Medikamente mir helfen werden. Dass Hormone zumindest mit dafür verantwortlich sind, dass ich in den letzten Jahren so viel zugenommen habe. Dass es mir zumindest ein bisschen erleichtert werden kann und ich ein wenig Verantwortung abgeben darf.

Es ist ein langer Weg und dies ist mal wieder nur ein Schritt, aber ein wichtiger. Wie es auch ausgeht, es wird weitergehen.

 

Freestyle.

Gedanken leere Worte
– volle Worte ?
tönen laut durch meinen Kopf
Zeit, sich zu sortieren, zu verlieren
und gewinnen
Gedanken leerer Worte, tausend Orte
zerren hervor, was im Verborgnen war
Das große Chaos ausgepackt
und doch endlich so klar
Es ist mal wieder Zeit zu sortieren
zu verlieren, was überflüssig war
und zu akzeptieren, dass alles, aber auch alles im Leben
ein Geschenk ist
und es nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen gibt.

Beim Arzt.

Ich hatte es bereits irgendwann mal erwähnt, ein wichtiger Arztbesuch stand mir noch bevor. Die Frage, ob mein Übergewicht noch andere Ursachen hat als schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung, ließ mich einfach nicht los.

Es werden noch ein paar Tests durchgeführt, aber mein erster Eindruck ist: Ja, es gibt noch andere Gründe. Leider. Wie das genau ab jetzt läuft, weiß ich nicht. Wird sich zeigen. Wenn ich mehr weiß…

 

Ein Traum.

Ich stehe im Sand und trotzdem bin ich eigentlich nicht da, sondern ein externer Beobachter.

Vor mir, an einer Seilbahn, werden zwei junge Frauen (in meine Richtung) hochgezogen. Plötzlich wird die linke erschossen, von irgendwem neben mir. Ich zucke zusammen. Scheinbar willkürlich, aber dann doch nicht.

Denn die andere löst sich von ihrem Haken oder was auch immer und stellt sich aufrecht vor eine Mauer zu meiner Rechten. Dort stehen mehrere Menschen, eine ganze Gruppe. Sie schauen gebannt zu der Frau hinunter, sind aber ansonsten völlig unbeteiligt. Der Tod der anderen scheint vergessen, sie ist inzwischen auch verschwunden.

Die Frau ruft den Zuschauern zu: „Ich habe es jetzt verstanden. Meine Aufgabe, die ich euch gegenüber erfüllen muss, ist nicht die gleiche, die ich mir selbst gegenüber zu erfüllen habe.“ Sei dreht sich um und geht den Weg hinunter.

Ich sehe, dass sie ziemlich füllig ist. Aber selbstbewusst.

Bin ich das etwa?

 

Altkleider-Sammlung.

Vor mir steht ein randvoller Kleiderschrank – und ich habe einfach nichts anzuziehen. Ergo: Die alten Klamotten müssen raus.

Ich trenne mich von mindestens fünf Hosen, in die ich irgendwann mal wieder rein passen wollte und lasse dabei trotzdem noch drei im Schrank, die ich ehrlicherweise nicht tragen kann. Aber zum Wegschmeißen sind sie einfach noch zu neu und zu nah dran an meiner derzeitigen Kleidergröße. Weitere „Motivationsleichen“, die in ein paar Monaten wahrscheinlich wirklich aussortiert werden, aber ok.

Dann kommen alte Oberteile – T-Shirts und Pullis – an die Reihe. Hier tut es mir nicht weh, die Dinger auszusortieren, die Zeit ist einfach vorbei. Fast keine Sachen, die ich nicht genug getragen hätte.

Für eine zierliche Freundin bewahre ich ein paar besonders schöne und selten getragene Kleidungsstücke auf, vielleicht freut sich dann tatsächlich noch jemand darüber, bevor sie im Nirgendwo (oder Müll) verschwinden.

Nun habe ich wieder Platz und Luft im Schrank, das ist toll.

Doch da ist noch ein Teil, eine Bluse, die mir ganz kurz das Herz still stehen lässt. Mit ihr verbinde ich viel Gutes (zum Beispiel, wie ich sie das erste Mal gesehen habe und mich durchgerungen habe, einen beachtlichen Preis für sie zu bezahlen).

Die Farben sind der Hammer und auch der Schnitt ist klasse (heute eher nicht mehr, aber damals jedenfalls). Und dennoch verbinde ich auch den schlimmsten Tag meines Lebens mit ihr. Eine wichtige Hochzeit habe ich in ebendieser Bluse miterlebt. Danach verlor ich einen geliebten Menschen – nicht durch Tod, sondern durch Hass.

Und trotzdem oder gerade deswegen falte ich sie zusammen und lege sie zurück in den Schrank. Sie ist einfach immer noch ein Teil von mir und ich habe einen unendlich großen Preis bezahlt. Und dafür will ich wenigstens ein schönes Andenken behalten, auch wenn ich es wahrscheinlich nie wieder tragen werde.

Das Gespräch, das wir nie geführt haben.

Dieses eine, in dem ich mich noch mal verabschieden konnte. Und du einfach nichts gesagt hast. Aber ich wusste, du hörtest mir zu.

Dieses eine, in dem du einfach alles raus gelassen hast, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Dir war egal, wem das Glück letztendlich zustand. Weil du verstanden hattest, dass es darum niemals gegangen war.

Dieses eine Gespräch, das nur eine Gelegenheit war. Und ein Abschied von alten Bequemlichkeiten.

Dieses eine, in dem wir alle Zeit der Welt hatten und uns nichts mehr schuldig waren. In dem wir in Frieden auseinander gehen konnten und wussten, dem anderen geht es gut.

Dieses einzige, in dem wir merkten, wir mussten nicht einander verzeihen, sondern uns selbst. Dieses Gespräch, das durch alle Zeiten rauschte und in dem wir die Ewigkeit erblickten. In dem wir uns alles nahmen und gaben.

Dieses Gespräch, nach dem ich endlich wieder atmen konnte.

 

Meine Psycho-Liste.

Ich habe eine permanente To-Do-Liste im Kopf, die manchmal schlimmer wird und manchmal besser. Wenn es mich richtig stresst, schreibe ich die Punkte sogar auf Papier. Heute habe ich endlich mal damit begonnen, einige Punkte zu erledigen. Dazu zählen auch schon simple Gespräche und Kleinigkeiten, wie einen Arzt-Termin vereinbaren. Ich fühle mich so unorganisiert. Aber wie gesagt, heute habe ich ein paar Sachen geschafft. Und fühle mich gut. Normalerweise ist es so, dass ich anfange mit einem Punkt und mir dann alles zu viel wird, die ganze Liste immer größer zu werden scheint und ich dann lieber gar nichts mehr mache. Ist unlogisch, aber menschlich.

Meistens denke ich nur nach und lasse die Sachen dann, weil sie mich überfordern oder ich sie doch nicht so wichtig finde. Bis es dann richtig dringend wird. Es ist verflixt, weil ich so viel Zeit mit dem Darüber-Nachdenken verbringe, statt zum Beispiel kurz zum Telefonhörer zu greifen und es einfach zu erledigen. Da baue ich dann so einen enormen Druck auf. Das Einzige, was wirklich hilft, ist:

– Ich sitze auf dem Sofa und erhole mich von all dem Stress. Dabei fällt mir auf, dass ich mich gar nicht entspannen kann, weil noch so viel im Hinterkopf ist. Ich stehe also auf und erledige es.

– Alternative: Ich rufe mir ins Gedächtnis, wie gut es sich anfühlt, auch nur eine Sache erledigt zu haben. Und fange an. Jetzt muss ich es nur noch schaffen, diese eine Sache auch zu beenden, ohne dass alles andere dabei wieder hochsteigt.

Was wirklich hilft, ist Musik und gutes Wetter. Und damit aufhören, alles zu dramatisieren. Das Leben geht weiter und kleine Schritte sind viel realistischer als ein großer.

So ist es auch beim Abnehmen.

Diesen Beitrag widme ich niemandem. Es geht wieder um mich. Mal sehen, wie es weiter geht…fühlt euch nicht vernachlässigt, aber ich kann nicht mit irgendwelchen Vorgaben schreiben, auch nicht mit meinen eigenen.