Wie ein Freund.

Nachdem ich gefühlt eine Ewigkeit inaktiv war, habe ich mir gestern noch einmal fast alle alten Beiträge durchgelesen, die ich so verfasst habe.

Es war ganz faszinierend, weil ich mich erst gefühlt habe, als ob eine Art alter Freund zu mir spricht und dann sogar einige Erkenntnisse mitgenommen habe.

1. Ein „Fehler“ war, aufzuhören, hier zu schreiben. Allein die Kontrollfunktion hat mich immer im Alltag unterstützt, ich habe mich selbst schärfer, aber auch offener beobachtet. (Klingt paradox, war aber so)

2. Ich wollte zu schnell zu viel. Die Reduzierung von Zucker & co. war gut, aber als ich einen guten Punkt erreicht hatte, wollte ich noch mehr.

3. Nur bloggen reicht nicht. Ich versuche, wieder regelmäßiger zu schreiben, aber das allein wird wohl nicht genug sein. Ich werde mir eine vernünftige Waage anschaffen und eventuell sogar zusätzliche Maßnahmen ergreifen (wie die „Gewichtsbeobachter“).

4. Es ist wirklich viel passiert. Es ist also ok, dass das Projekt teilweise auf der Strecke geblieben ist.

5. Es geht weiter! So oder so, also lieber mit Zuversicht.

Kein Ziel mehr?

Wolfsauge2014 hat vor einigen Tagen kommentiert. Er fragte: „hmm.. kein Ziel?“, nachdem er meinen „allerneuesten Plan“ gelesen hatte. Es hat mich viel Kraft und Zeit gekostet, dahin zu kommen.

Im Hier sein zu wollen, ohne Plan. Bedeutet das auch, keine Ziele mehr zu haben?

Wie gern würde ich jetzt einfach empört „Natürlich nicht!“ antworten. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, geht das nicht.

Ich glaube nämlich nicht mehr wirklich daran, dass ich abnehmen werde. Was einerseits nicht schlimm ist. Im Laufe der letzten Monate, die ich hier schon blogge, habe ich fast meinen Frieden mit mir und meinem Körper gemacht. Aber eben auch nur fast. Ich möchte nicht einem bestimmten Bild entsprechen, aber ich möchte mich schon gerne wieder besser (leichter) bewegen können. Und mich wohl fühlen, „in mir selbst wohnen“ habe ich es bereits genannt. Das habe ich aus den Augen verloren. Es ist sehr präsent in meinem Kopf, aber ich glaube nicht an den „Erfolg“. An die Veränderung. Wenn ich mal ganz ehrlich bin.

Vielleicht bin ich nun endlich (?) an dem Punkt angelangt, an dem ich mir eingestehe, es alleine nicht zu schaffen.

Unter „About“ könnt ihr meine Rede nachlesen, in der ich erzähle, wie einzigartig und speziell ich bin. Einzelkämpferin. Aber nun (nach ca. 9 oder 10 Monaten) darf ich mir wohl endlich eingestehen, dass ich allein mit Liebe und Verständnis mir selbst gegenüber nicht weiterkomme. Ich glaube, wenn ich einmal runter bin von meinem „faul und verfressen“-Trip, dann kann es auch funktionieren mit Selbstliebe und Gleichgewicht. Dann reicht es vollkommen, auf den Körper zu hören.

Aber bis dahin ist eben doch gefordert, zu verzichten, sich anzustrengen und schlicht Dinge zu ändern. Und wenn es nur um den Punkt Geduld geht, die mir einfach fehlt.

Ich glaube, ich habe meine Grenze erreicht und brauche nun Hilfe „von außen“.

Simpel.

Das Leben darf ruhig einfach sein. Muss es sogar. Alles kann auf die einfachsten Feststellungen, Zusammenhänge und Annahmen heruntergebrochen werden. Oder einfach heruntergedacht, dann klingt das nicht so hart.

Also. Einfach.

Ich weiß gar nicht, wie ich es erklären soll, aber für mich ist es geradezu ein neues Lebensmotto.

Zum Beispiel dürfen auf dem Schreibtisch nur noch wichtige Dinge liegen. Auch dürfen nur noch wichtige Dinge bearbeitet werden. Glückwunschkarten – einfach bleiben, einfach schreiben.

Hast du ein Problem? Suche die einfachste Lösung.

Es wird elegant, nicht einfallslos.

Anhängen und Ausschmücken geht immer. Reduzierung auf das Wesentliche will jedoch gelernt sein.

Ja und nein sagen? Kann ganz einfach sein. Sollte es auch.

Wenn dein Leben zu kompliziert ist, stimmt etwas nicht.

Schönheit bedeutet nicht, möglichst viel und verschachtelt, üppig zu sagen oder zu tragen. Sondern einfach das, was echt ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Das wollte ich nur mal eben einfach loswerden. Ich hoffe, es ist mir gelungen.