Ganz schön schlau.

Immer wieder das Gleiche machen – und jedes Mal ein anderes Ergebnis erwarten.

Sich einreden, dass man sein Verhalten geändert hat.

Behaupten, dass man eigentlich ganz anders is(s)t.

Ausnahme und Ausnahme und Ausnahme.

Sich immer wieder den unangenhmen Fragen nicht stellen. Die hatten wir ja schon mal beantwortet, damals.

Wenn ich jetzt noch wüsste, warum. Dann wäre ich wirklich um einiges schlauer.

Erster Erfolg.

Nachdem ich ziemlich verzweifelt mit meiner Analyse war (Ich esse und trinke jeden Tag das Doppelte von dem, was mir gut tun würde???), beschloss ich, mal zu schauen, was ich denn so stattdessen machen kann. In einem Rahmen, der mir schmeckt.

Also habe ich mir mehrere Frühstücksvarianten zusammengestellt, die mit dem Punktesystem super laufen würden – und die ich mir in meinem Alltag morgens auch vorstellen kann (denn es geht ja nichts darüber, dass das Ganze realistisch ist und mehr als ein paar Tage lang funktioniert). Ich darf sogar meine geliebten Kohlehydrate zu mir nehmen, die ich auf jeden Fall benötige. Wir erinnern uns ja noch an das Desaster im letzten Jahr.

Der Schlüssel ist natürlich auch viel Obst und Gemüse. Bei den Getränken viel Wasser und Tee. Damit fühle ich mich sogar sehr wohl. Ich weiß, dass ich es kann, dass es mir gut tut und dass es mir sogar schmeckt und ich variieren kann, so dass keine Langeweile aufkommt (und damit der Heißhunger oder Frust und Nachholbedarf).

Ich habe also mit meinem Körper gesprochen und er hat zugestimmt. Super. Jetzt müssen wir nur noch die restlichen Mahlzeiten planen. Irgendwie freue ich mich.

Der erste Schritt. Again.

Ich habe mich mal wieder dazu entschieden, ein „Experiment“ zu starten. Ich liebäugelte schon länger mit dem Punkte-Programm einer berühmten Organisation, das ich von verschiedenen Freundinnen her kannte. Überzeugt bin ich von dem Ansatz (Fett reduzieren, Zucker ist in Ordnung) allerdings nicht hundertprozentig. Aber alles andere hat bisher auch nicht funktioniert und irgendwo muss man schließlich anfangen. Disziplin ist nicht meine Stärke und wenn ich das Gefühl habe, gegen meinen Körper zu arbeiten, geht es mir schlecht. Aber kann ich meinem Körper wirklich vertrauen, wenn er nur aus Angst mit Hunger reagiert?

Eine Woche schon notiere ich mir alles, was ich esse und trinke. Dann rechne ich mir die dazugehörigen Punkte aus. Es liegt ungefähr bei der doppelten Menge dessen, was ich zu mir nehmen sollte, kalorientechnisch. Dennoch ist die letzte Woche auch nicht repräsentativ gewesen mit der ganzen Feierei.

Ich schwanke irgendwo zwischen neuem Bewusstsein für mein Essverhalten (und dem Essen selbst), meinem Trinkverhalten und einem komischen Gefühl, ob ich diesem „Plan“ überhaupt trauen soll.

Ich habe mich entschieden, dem Ganzen eine Chance zu geben. Was habe ich zu verlieren, außer Gewicht? Wahrscheinlich ist es auch eine Art Nicht-loslassen-wollen, wenn ich mir meine innere Abwehrhaltung so anschaue. Schließlich ist jede Ernährungsumstellung erstmal Arbeit. Und alles ist besser (d.h. gesünder) als das, was ich mir in vielen Jahren angewöhnt habe. Gewohnheit verspricht Sicherheit, klar. Aber ich will mich endlich selbst wieder ernst nehmen.

Dieses Punkte-Programm (und meine kritische Hinterfragung) könnte ein erster, wichtiger Schritt dazu sein.