Wenn Essen wieder Liebe ist…

…macht das ganze Leben mehr Spaß. Essen wird zum Genuss, zur Freude.

Mehr muss ich dazu heute gar nicht sagen.

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Gedanken pflanzen.

Alles, was wir so als Wissen ansehen.

Alles, was wir überhaupt gerade im Kopf haben.

Alles, was uns zum Fühlen und Nachdenken bringt.

Kommt von außen.

Das hat den Vorteil, dass es „echte“ Impulse sind.

Und den Nachteil, dass wir nicht immer wirklich übereinstimmen mit dem, was da so gesagt oder geschrieben wurde.

Leider können wir kaum bewusst filtern. Wir filtern entweder so, wie wir es gewohnt sind (wie es passt), oder eben neu. Wobei das vielleicht gar nicht mehr filtern ist…

Was ich damit sagen will: Geht achtsam damit um, was ihr so in die Welt pflanzt.

Denn das könnt ihr beeinflussen.

Erschreckende Gedanken.

Manchmal hab ich so Phasen, da denke ich so vor mich hin. Ist ja nicht schlecht. Nur meistens führt das nicht zu neuen Erkenntnissen, sondern dreht sich im Kreis, oder ich wiederhole einfach altes Gedachtes.

Dieses Mal jedoch fiel mir etwas auf, oder ein. Ein wirklich erschreckender, aber aufschlussreicher Gedanke.

Ich beneide Menschen, die etwas hinter sich gebracht haben. Die etwas geschafft haben. Die mit etwas fertig sind.

Dabei besteht das Leben nicht aus Aufgaben – und wenn wir „fertig“ sind, ist das Leben vorbei.

Es wäre tatsächlich besser, die Menschen zu beneiden, die irgendwo mittendrin stecken.

Um es dann selbst nachzumachen, versteht sich.

Körper und Gewicht.

Geht es hier wirklich darum, dass ich abnehmen sollte? Geht es wirklich nur ums Gewicht?

Ich glaube, ich fange langsam wieder an, zurück in meinen Körper zu finden. Und bestimmt tut das auch meinem Gewicht und meinen Muskeln gut. Dem ganzen Organismus. Aber was mich wirklich verrückt – und glücklich – macht, ist, dass ich aufhöre, auf mein Gewicht zu achten! Ich fühle mich viel leichter, als ich tatsächlich noch bin und ich glaube, das wird sich irgendwann sogar bemerkbar machen.

Was war der Auslöser? Ich habe ja nicht plötzlich die Diät entdeckt. Und auch Sport funktioniert nur, weil ich so viel Lust darauf habe – nicht, weil ich es mir selbst beweisen muss.

Es ist so paradox. Sobald ich wirklich anfange, mich mit den wichtigen Dingen im Leben zu beschäftigen, geht es mir körperlich – wie nebenbei – besser.

Zieh an was dir gefällt.

Letztens beim Shoppen. Neben mir steht eine junge, dünne Frau. Sie probiert einen Trenchcoat an, er sitzt in meinen Augen ganz gut. Ihre Mutter oder ältere Freundin (nicht besonders dünn) sagt zu ihr: „Der sitzt gut.“ Die Frau zweifelt, schaut sich um, zieht am Trenchcoat und beschließt dann, dass er etwas zu groß ist. Die Reaktion der Mutter bzw. älteren Freundin: „Aber wenn du mal einen dickeren Pulli drunter hast, ist das gerade richtig so.“ Ich denke: „Und wenn du ein bisschen zunimmst, passt er immer noch eine Weile.“

Finde den Fehler.

Wir gehen beide davon aus, dass das nicht ihre „richtige“ bzw. „dauerhafte“ Figur ist. Dabei sollte sie sich doch wohlfühlen! Und unter dem Aspekt einzukaufen, eventuell irgendwann mal etwas dicker zu sein, ist genau so bescheuert, wie zu enge Klamotten zu kaufen, weil man sicher noch ein bis zwei Kilo los wird.

Genau. So. Falsch.

Auch ich bin nicht gefeit davor, vorschnell zu urteilen. Mit einem äußerst begrenzten Horizont rumzulaufen.

Jede/r ist gerade genau so, wie er/sie nun mal ist. Und genau so sollten wir einkaufen. Mit unserem derzeitigen Körper. Dieser Moment ist real und er ist alles, was uns jetzt wichtig sein sollte.

Und ich gebe zu, ich habe nicht nur aus Erfahrung gedacht, sie könne zunehmen, sondern war auch einfach neidisch auf ihre Figur.

 

 

Aus der Not die Tugend. Meine neue Sucht.

Ich bin ein Mehr-Mensch. Weniger von etwas funktioniert bei mir nicht. Ich kann so schlecht mit der entstehenden Leere umgehen und meine, sie füllen zu müssen. Daher dehne ich nun die Dinge aus, die mir Spaß machen und mir gut tun. In der Hoffnung, damit das Überflüssige zu verdrängen und langfristig zu ersetzen.

Meine neue Sucht: Sport. Ich liebe es. Ich gehe schwimmen, tanzen, zum Workout. Neuerdings habe ich sogar ein Sportgerät für Zuhause. Das Beste daran ist, dass es sich wirklich optimal in den Alltag integrieren lässt (keine langen Wege und auch das Training selbst geht recht schnell).

Ich bin so motiviert wie schon lange nicht mehr und fange an, mich von der Konzentration auf das Negative zu lösen. Ich kann die Schokolade anstarren, gedanklich und in der Realität, aber davon wird sie nicht weniger verlockend (oder schlimmer: bedrohlich).

Was wirklich hilft, ist in die Gänge zu kommen. Bewegung und Kraft zu erleben.

Bekenntnisse einer Süchtigen.

Mein Glück hält exakt fünf Sekunden an. Die Ruhe, die mir die Süße oder die Konsistenz einer Speise, eines Getränks schenkt, ist immer von sehr kurzer Dauer. Meist genau so lang bzw. kurz, wie ich mich damit beschäftige, das „Gift“ oder die „Droge“ zu genießen, zu konsumieren. So lange halt, wie sie mich nicht mehr beherrscht, weil meine Gedanken sich nicht mit ihr beschäftigen müssen. So lange, wie sie mich nicht beherrscht, sondern besitzt.

Ich habe mir eine günstige Droge ausgesucht. Sie kostet nicht viel, ich kann sie mir leisten. Die Blicke an der Kasse fallen nur mäßig verächtlich aus – je nachdem, wie gut eingebettet meine Droge ist in andere, alltägliche Lebensmittel. Oder je nachdem, wie streng ich mich selbst beäuge. Insgesamt also nichts, wofür ich mich schämen müsste. Ich könnte halt auch eine Party schmeißen.

Das tue ich aber nicht. Es fühlt sich nicht wie Party an. Nicht mehr. Es ist nur noch das Nachgeben eines Drangs. Eines Zwangs. Eines Teufels. Ich versuche, mit ihm zu verhandeln. Aber er kommt zurück, er weiß genau, wie. Und wenn er gerade mal nicht da ist, lauert er hinter einer dunklen Wand.

Ich rede mir ein, dass die Sucht irgendwann von alleine aufhören wird. Aber sie wird stärker, wenn ich mich mit ihr explizit befasse. Und natürlich würde sie sich andere Kanäle suchen. Sagt sie zumindest, um mir zu drohen.

Also ist es am einfachsten, nachzugeben.