Freunde. Freunde?

Das Wochenende ist irgendwie immer ein bisschen anders als die Tage unter der Woche. Es gibt meist irgendwelche Verabredungen, bei denen oft gegessen und noch öfter etwas getrunken wird.

Wenn ich mal ein Stück Kuchen esse oder eine zuckerhaltige Limonade trinke (letztens hatte ich auch ein Eis), dann werde ich in letzter Zeit komisch angeguckt. So nach dem Motto: Willst du das wirklich? Ich dachte, du nimmst so etwas jetzt nicht mehr zu dir. Und dann auch ausdrücklich gefragt, in allen drei Fällen.

In Wahrheit nehme ich Süßkram jetzt auch seltener (und in viel kleineren Mengen) zu mir. Und paradoxerweise auch öffentlicher. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich früher niemand darum geschert hat, was ich esse und trinke. Und ich selbst wohl auch nicht. Seit ich allerdings (sichtbar) abnehme, denken die Leute, ich verzichte auf alles. Was ich nicht tue. Natürlich gibt es Tage, an denen ich praktisch nur Obst, Gemüse und Proteine zu mir nehme. Ich bin auch umgestiegen auf zuckerfreie, süßstoffhaltige Getränke, da ich nicht immer nur Wasser trinken mag. Aber gerade am Wochenende genieße ich auch „ungesundes, unnützes Zeug“. Nur halt in Maßen und bewusst.

In letzter Zeit fühle ich mich so beobachtet. Früher schien es niemanden interessiert zu haben, was, wann und wie viel ich esse. Selbst mit Ankündigungen (à la „ich verzichte gerade auf Zucker“) schien das niemanden wirklich zu berühren.

Auf einmal bin ich entweder zum Vorbild mutiert oder zu einem Alien.

Ein fettes Dankeschön.

Vor einigen Wochen las ich das Buch „Fettlogik (überwinden)„. Die Autorin war mir vorher bekannt als die Bloggerin „erzählmirnix„, und so wartete ich eigentlich schon lange sehnsüchtig auf dieses Buch, das bisher nur als E-Book, dafür aber sehr günstig, erhältlich ist.

Ich wartete schon lange darauf, dass jemand in meinem Kopf aufräumt. Das hat die Autorin getan und dafür danke ich ihr sehr. Mit unglaublich intensiven Recherchen und einer klaren Erzählweise hat sie einmal komplett das Chaos in mir beseitigt. Seitdem weiß ich zwei Dinge.

1) Ich habe einen ganz normalen Körper, der ganz normal reagiert.

2) Es gibt einen Weg, der mir ermöglicht, die Kontrolle über mein Essverhalten zu erlangen und zu behalten.

Nicht mehr und nicht weniger. Endlich Klarheit, das habe ich gebraucht. In den letzten vier Wochen habe ich geschafft, was mir zwei oder drei Jahre nicht möglich war. Ich habe 5 Kilo abgenommen.

Mal schneller, mal langsamer, aber immer mit klarem Blick nach vorne und innen gehe ich seither meinen Weg. Was genial ist: Es wirkt sich auch auf andere Lebensbereiche aus. So ganz loslassen kann und will ich von meiner „Ich bin aber etwas Besonderes“-Schiene zwar immer noch nicht, aber ich bin auf dem Weg.

Danke, liebe Nadja.

Körper und Gewicht.

Geht es hier wirklich darum, dass ich abnehmen sollte? Geht es wirklich nur ums Gewicht?

Ich glaube, ich fange langsam wieder an, zurück in meinen Körper zu finden. Und bestimmt tut das auch meinem Gewicht und meinen Muskeln gut. Dem ganzen Organismus. Aber was mich wirklich verrückt – und glücklich – macht, ist, dass ich aufhöre, auf mein Gewicht zu achten! Ich fühle mich viel leichter, als ich tatsächlich noch bin und ich glaube, das wird sich irgendwann sogar bemerkbar machen.

Was war der Auslöser? Ich habe ja nicht plötzlich die Diät entdeckt. Und auch Sport funktioniert nur, weil ich so viel Lust darauf habe – nicht, weil ich es mir selbst beweisen muss.

Es ist so paradox. Sobald ich wirklich anfange, mich mit den wichtigen Dingen im Leben zu beschäftigen, geht es mir körperlich – wie nebenbei – besser.

Aus der Not die Tugend. Meine neue Sucht.

Ich bin ein Mehr-Mensch. Weniger von etwas funktioniert bei mir nicht. Ich kann so schlecht mit der entstehenden Leere umgehen und meine, sie füllen zu müssen. Daher dehne ich nun die Dinge aus, die mir Spaß machen und mir gut tun. In der Hoffnung, damit das Überflüssige zu verdrängen und langfristig zu ersetzen.

Meine neue Sucht: Sport. Ich liebe es. Ich gehe schwimmen, tanzen, zum Workout. Neuerdings habe ich sogar ein Sportgerät für Zuhause. Das Beste daran ist, dass es sich wirklich optimal in den Alltag integrieren lässt (keine langen Wege und auch das Training selbst geht recht schnell).

Ich bin so motiviert wie schon lange nicht mehr und fange an, mich von der Konzentration auf das Negative zu lösen. Ich kann die Schokolade anstarren, gedanklich und in der Realität, aber davon wird sie nicht weniger verlockend (oder schlimmer: bedrohlich).

Was wirklich hilft, ist in die Gänge zu kommen. Bewegung und Kraft zu erleben.

Erster Erfolg.

Nachdem ich ziemlich verzweifelt mit meiner Analyse war (Ich esse und trinke jeden Tag das Doppelte von dem, was mir gut tun würde???), beschloss ich, mal zu schauen, was ich denn so stattdessen machen kann. In einem Rahmen, der mir schmeckt.

Also habe ich mir mehrere Frühstücksvarianten zusammengestellt, die mit dem Punktesystem super laufen würden – und die ich mir in meinem Alltag morgens auch vorstellen kann (denn es geht ja nichts darüber, dass das Ganze realistisch ist und mehr als ein paar Tage lang funktioniert). Ich darf sogar meine geliebten Kohlehydrate zu mir nehmen, die ich auf jeden Fall benötige. Wir erinnern uns ja noch an das Desaster im letzten Jahr.

Der Schlüssel ist natürlich auch viel Obst und Gemüse. Bei den Getränken viel Wasser und Tee. Damit fühle ich mich sogar sehr wohl. Ich weiß, dass ich es kann, dass es mir gut tut und dass es mir sogar schmeckt und ich variieren kann, so dass keine Langeweile aufkommt (und damit der Heißhunger oder Frust und Nachholbedarf).

Ich habe also mit meinem Körper gesprochen und er hat zugestimmt. Super. Jetzt müssen wir nur noch die restlichen Mahlzeiten planen. Irgendwie freue ich mich.

Der erste Schritt. Again.

Ich habe mich mal wieder dazu entschieden, ein „Experiment“ zu starten. Ich liebäugelte schon länger mit dem Punkte-Programm einer berühmten Organisation, das ich von verschiedenen Freundinnen her kannte. Überzeugt bin ich von dem Ansatz (Fett reduzieren, Zucker ist in Ordnung) allerdings nicht hundertprozentig. Aber alles andere hat bisher auch nicht funktioniert und irgendwo muss man schließlich anfangen. Disziplin ist nicht meine Stärke und wenn ich das Gefühl habe, gegen meinen Körper zu arbeiten, geht es mir schlecht. Aber kann ich meinem Körper wirklich vertrauen, wenn er nur aus Angst mit Hunger reagiert?

Eine Woche schon notiere ich mir alles, was ich esse und trinke. Dann rechne ich mir die dazugehörigen Punkte aus. Es liegt ungefähr bei der doppelten Menge dessen, was ich zu mir nehmen sollte, kalorientechnisch. Dennoch ist die letzte Woche auch nicht repräsentativ gewesen mit der ganzen Feierei.

Ich schwanke irgendwo zwischen neuem Bewusstsein für mein Essverhalten (und dem Essen selbst), meinem Trinkverhalten und einem komischen Gefühl, ob ich diesem „Plan“ überhaupt trauen soll.

Ich habe mich entschieden, dem Ganzen eine Chance zu geben. Was habe ich zu verlieren, außer Gewicht? Wahrscheinlich ist es auch eine Art Nicht-loslassen-wollen, wenn ich mir meine innere Abwehrhaltung so anschaue. Schließlich ist jede Ernährungsumstellung erstmal Arbeit. Und alles ist besser (d.h. gesünder) als das, was ich mir in vielen Jahren angewöhnt habe. Gewohnheit verspricht Sicherheit, klar. Aber ich will mich endlich selbst wieder ernst nehmen.

Dieses Punkte-Programm (und meine kritische Hinterfragung) könnte ein erster, wichtiger Schritt dazu sein.

Neuer Ansatz.

Es ist sowohl einfach als auch genial. Ich sorge mich nicht mehr um mein Essen. Ich schaue nur noch auf mein Essverhalten.

Die letzte Woche habe ich immer ganz genau das gegessen, worauf ich gerade Lust hatte. Allerdings: Nur noch dann, wenn ich es wirklich brauchte.

Das Ergebnis ist unbezahlbar: Ich fühle mich wohl mit mir und in meinem Körper! Natürlich habe ich (wenn überhaupt) wahrscheinlich erst wenig abgenommen, aber ich fühle mich gleich fünf Kilo leichter. Es ist wunderbar. Ich vertraue mir selbst. Ich kompensiere nicht. Und wenn doch, dann mache ich es ganz bewusst.

Ebenso ist es mit der Bewegung: Ich mache, was mit gut tut. Wenn ich fertig bin, schlafe ich. Wenn ich fit bin, geh ich Laufen. Wenn ich unausgeglichen bin, mache ich soften Sport und wenn ich Energie habe, tobe ich mich aus. Ich lerne mich ganz neu kennen.

Ich wohne in mir.