Langweilig, alleine, alles doof.

Es gibt so viele Gründe, um den Kühlschrank herumzutigern und das Lebensmittelregal zu durchwühlen. Es ist einfacher, wenn keiner da ist, der einen beobachtet. Und es ist schwerer, wenn niemand da ist, der einen ablenkt. Aber letztendlich kann ich es nicht auf die anderen schieben. Immer noch gehe ich ganz alleine hin und her, entscheide mich höchst persönlich dafür, Schokolade zu naschen und Lakritze zu essen.

Seit einem halben Jahr hat sich an meinem Gewicht kaum etwas verändert. Habe ich an meinem Gewicht kaum etwas verändert. Knapp noch im Übergewicht – in der Safe Zone? warte ich darauf, dass es irgendwann klick macht. Aber noch ist das nicht passiert. Ein paar mal habe ich Anlauf genommen für die letzten 10 Kilos. Oder 5. Wäre beides ok. Aber dann hat sich jedes Mal sehr deutlich mein innerer Saboteur gemeldet und wurde aktiv. Also warte ich weiter und frage mich, was es denn ist, was mich abhält. Von den letzten Schritten.

Mal sehen.

 

Phase II.

Ich habe nun (endlich, haha) wieder etwas zugenommen. Inzwischen bin ich wieder bei knapp 72 kg, gleichzeitig freue ich mich auf die Zeit, die vor mir liegt. Es geht nämlich weiter…endlich habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich wieder motiviert bin. Sport erstmal hintenan gestellt – will heißen, ich gehe zwar ein Mal die Woche hin, denke aber erst mal nicht an eine Ausbildung.

Genau wie im Juni habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich es für mich tun will. Nicht mehr wirklich geheim, aber das ist auch nicht mehr nötig. Ich habe über einige Wochen hinweg mein Gewicht gehalten, die letzte Schwankung ist immer noch total im Rahmen und ich brauche das „Zugenommen“-Gefühl gerade einfach, um wieder anzufangen.

Ich tue es für niemanden außer für mich und es ist nichts, was mir irgendwer in irgendeiner Weise wegnehmen kann.

Das fühlt sich gut an.

Meine Umwelt sieht entweder nicht, dass ich immer noch Übergewicht habe oder behauptet einfach frech das Gegenteil. Aber es ist wichtig, dass ich es weiß und wie ich mich fühle. Ich will noch mal 10 kg leichter werden.

Das fühlt sich sehr gut an 🙂

Vorbild.

Was mir nur ganz langsam klar wird: ich bin jetzt auch eines.

Vielleicht war ich das auch vorher schon mal, für den einen oder anderen, in der einen oder anderen Situation. Aber jetzt fällt es mir wirklich auf!

Letztens zum Beispiel hat eine Freundin meinen „Nagellack kopiert“. Das mag jetzt vielleicht etwas komisch klingen…war aber so. Sie hat meinen neuen, ultimativ wunderschönen Nagellack einfach nachgekauft. Ich war irritiert, ein bisschen wütend sogar. Bis mir klar wurde: Hey, ich bin ihr Vorbild!
Noch nie hat jemand bewusst etwas nachgemacht, was ich vorgelebt habe!

Und das geht natürlich beim Gewicht weiter. Das ist absolut ausbaufähig.

Und so komme ich auch immer besser damit klar, wenn jeder seinen eigenen Weg findet, statt es genau so zu machen, wie es für mich funktioniert hat…und dazu eben auch genau so lange braucht, wie es nun mal dauert.

Mein Körper.

Wie fremdegesteuert, und das war gut so.

Gleichzeitig, als ob ich das erste Mal wirklich sehen würde.

Bewusst und irgendwie auch militant.

Jetzt, mit Abstand betrachtet. Das war mein Prozess der letzten Monate.

10 KG. Was für ein Erfolg!!!

Endlich bereit, ihn zu feiern.

Endlich bereit, es anzunehmen. In und mit meinem Körper.

Zeit, weiterzumachen.

Und Zeit, etwas anders zu machen und genau so weiterzumachen.

Nächstes Jahr will ich eine Trainerausbildung starten. Sport unterrichten.

Wahnsinn? Wahnsinn! Ich! Ausgerechnet.

Und lange hat mich nichts mehr so motiviert und zum Glühen gebracht wie dieser Gedanke. Diese Idee.

Heute habe ich schon mal vorgefühlt und es fühlte sich gut an.

Ich grinse ganz breit.

Wunsch-, Traum- oder Normalgewicht?

Woran macht ihr eigentich fest, wo ihr hinwollt?

Ich setze mir Ziele in mehreren Etappen, so dass ich zum einen Erfolge feiern kann und zum anderen weiß, dass ich am Ende in einem gesunden Bereich lande und mich wohl fühle. Dabei hilft auch die Erinnerung an die Zeit, als ich mein Zielgewicht schon hatte. Einzig bei der Zeit variiere ich. Je mehr Gewicht ich verliere, desto langsamer geht es weiter.

Aber das ist ok, solange die Tendenz nach unten stimmt.

Es kostet halt auch Energie, auf Energie zu verzichten. Zumindest mental.

Action!

Das Adrenalin rauscht durch meine Ohren, die Musik lässt mein Herz schneller schlagen. Rote Fäden aus Licht schießen durch den Raum, ich renne vor und zurück, springe auf und wieder runter, verschanze mich hinter einer Mauer. Mit einem treffsicheren Schuss und unglaublich viel Glück schalte ich zwei Gegner hintereinander aus. Wer das ist – mir völlig egal.

Dann werde ich selbst getroffen, so ein Mist. Nach etwa zwei Stunden bin ich völlig außer Atem, durchgeschwitzt und hatte den besten Sport seit ewiger Zeit. Den vom Typ „nicht nachdenken“. Den, bei dem die Zeit wie im Flug vorbei rast. Und den, nachdem ich mich zwar völlig ausgepowert, aber nicht erschöpft fühle, sondern aufgedreht.

Ich liebe Lasertag.

Ach ja.

Und so geht es immer weiter. Manchmal motiviert, manchmal routiniert, manchmal frustriert (so wie heute) und manchmal einfach eben so.

Ich muss mich echt an den Gedanken gewöhnen, dass mein Körper nicht auf einmal wieder schwerer wird. Zumindest nicht von heute auf morgen. Ich habe natürlich kleine Schwankungen, sei es wasserbedingt oder auch ein bisschen Fett, aber insgesamt geht es doch langsam weiter bergab.

Und dann gibt es solche Tage. Wah. Da hab ich einfach Hunger (so ein richtiges Loch im Bauch) und dann auch noch Appetit. Und dann rufe ich mir ins Gedächtnis:

  1. Der Körper unterliegt bestimmten Zyklen.
  2. Ich kann achtsam sein. Bewusst essen. Auch wenn es mehr ist, als ich vielleicht angestrebt hatte. Wach essen geht immer.
  3. Es sind einzelne Ausreißer.

Und meistens geht es mir dann schon etwas besser. Wobei das eher der Kopf ist. Die Erfahrung hat noch nicht so draus gelernt, die mache ich gerade erst.

Vertrauen in langfristige Prozesse, eine tiefgreifende Umstellung. Mein Erfolg kann mir nicht „über Nacht wieder weggenommen“ werden. Aber ob ihr es glaubt oder nicht – zwischendurch kommen mir solche Gedanken.