Trigger.

Ist euch schon mal aufgefallen, wie abartig die Süßigkeitenabteilungen in unseren Supermärkten eigentlich aufgebaut sind? Ich fühle mich dort permanent wie ein Kind im Schlaraffenland. Und bevor ich meine Antennen richtig ausgerichtet habe (was erst ein Jahr her ist), war ich dem permanent ausgeliefert. So wie alle anderen auch. Sie (die Süßwarenhersteller, Supermarktbetreiber und vor allem alle an der Kette beteiligten, unwissenden Mitmacher) locken uns.

Aber das wisst ihr ja alles schon. Doch habt ihr echt mal bewusst darauf geachtet?

Letztens wollte ich eine Tüte Chips kaufen. Eine einzige, die inzwischen die Ausnahme in meiner Ernährung bildet. Und allein der Anblick eines ganzen Regals hat mich überfordert: mehrere Meter Regal, da wo andere Abteilungen komplett ihren Platz haben mit allem Drum und Dran, und hier sind es nur und ausschließlich Chips. Am Ende habe ich mich doch für eine Sorte entschieden.

Dann kommen noch mal mehrere Regale mit Schokolade und Keksen in allen möglichen Formen. Ganz ehrlich, bei dieser Aufteilung ist es doch kein Wunder, wenn wir unbewusst auch den Einkauf in diesem Verhältnis aufbauen und dementsprechend unsere Ernährung. Und wie wir ja wissen, agieren wir oft unbewusst, wenn es ums Einkaufen oder Essen geht. Nur gelernte Routine scheint da wirklich zu helfen – oder eine so tiefgreifende Bewusstmachung, dass diese auch die Zeit überdauert.

Es scheint so banal, aber es ist doch so wichtig. Was wir in unseren Läden präsentieren, repräsentiert doch auch irgendwie uns.

Ach ja und zum Schluss gibt es zum Glück an der Kasse auch noch ordentlich Schokolade und Chips, man hätte ja die übergroße Abteilung aus Versehen vergessen können.

 

Held.

Ich bin so stolz auf dich, dass ich platzen könnte. Ein Lächeln schleicht sich über mein Gesicht.

Ja genau. Da, wo früher Tränen gekullert sind! Und nun sehe ich dein Bild in der Zeitung und vermisse dich gar nicht. Sondern bin froh, zu sehen dass es dir gut geht. Und wahnsinnig stolz auf deine kleinen und großen Taten.

Wir werden wohl erwachsen. Du und ich.

Vorbild.

Was mir nur ganz langsam klar wird: ich bin jetzt auch eines.

Vielleicht war ich das auch vorher schon mal, für den einen oder anderen, in der einen oder anderen Situation. Aber jetzt fällt es mir wirklich auf!

Letztens zum Beispiel hat eine Freundin meinen „Nagellack kopiert“. Das mag jetzt vielleicht etwas komisch klingen…war aber so. Sie hat meinen neuen, ultimativ wunderschönen Nagellack einfach nachgekauft. Ich war irritiert, ein bisschen wütend sogar. Bis mir klar wurde: Hey, ich bin ihr Vorbild!
Noch nie hat jemand bewusst etwas nachgemacht, was ich vorgelebt habe!

Und das geht natürlich beim Gewicht weiter. Das ist absolut ausbaufähig.

Und so komme ich auch immer besser damit klar, wenn jeder seinen eigenen Weg findet, statt es genau so zu machen, wie es für mich funktioniert hat…und dazu eben auch genau so lange braucht, wie es nun mal dauert.

Mein Körper.

Wie fremdegesteuert, und das war gut so.

Gleichzeitig, als ob ich das erste Mal wirklich sehen würde.

Bewusst und irgendwie auch militant.

Jetzt, mit Abstand betrachtet. Das war mein Prozess der letzten Monate.

10 KG. Was für ein Erfolg!!!

Endlich bereit, ihn zu feiern.

Endlich bereit, es anzunehmen. In und mit meinem Körper.

Zeit, weiterzumachen.

Und Zeit, etwas anders zu machen und genau so weiterzumachen.

Nächstes Jahr will ich eine Trainerausbildung starten. Sport unterrichten.

Wahnsinn? Wahnsinn! Ich! Ausgerechnet.

Und lange hat mich nichts mehr so motiviert und zum Glühen gebracht wie dieser Gedanke. Diese Idee.

Heute habe ich schon mal vorgefühlt und es fühlte sich gut an.

Ich grinse ganz breit.

Action!

Das Adrenalin rauscht durch meine Ohren, die Musik lässt mein Herz schneller schlagen. Rote Fäden aus Licht schießen durch den Raum, ich renne vor und zurück, springe auf und wieder runter, verschanze mich hinter einer Mauer. Mit einem treffsicheren Schuss und unglaublich viel Glück schalte ich zwei Gegner hintereinander aus. Wer das ist – mir völlig egal.

Dann werde ich selbst getroffen, so ein Mist. Nach etwa zwei Stunden bin ich völlig außer Atem, durchgeschwitzt und hatte den besten Sport seit ewiger Zeit. Den vom Typ „nicht nachdenken“. Den, bei dem die Zeit wie im Flug vorbei rast. Und den, nachdem ich mich zwar völlig ausgepowert, aber nicht erschöpft fühle, sondern aufgedreht.

Ich liebe Lasertag.

Alkholismus und Ess-Sucht.

Vor einiger Zeit las ich ein Buch. Es heißt „Nüchtern – Über das Trinken und das Glück“ von Daniel Schreiber.

Es geht um (Alkohol-)Sucht und den Versuch, trocken zu werden. Die Abhängigkeit zu überwinden. Und den finalen Entschluss, dem Suchtmittel keine Kontrolle mehr über das eigene Leben zu geben.

Wir werden wohl gesellschaftlich dazu erzogen, zwei Dinge zu glauben. Das eine ist: Wer vom Alkohol abhängig wird, ist im Prinzip selbst schuld. Jeder kann, wenn er es nur ganz fest will, verantwortungsvoll trinken. Und das zweite ist: Trinken gehört dazu. Partys, Geschäftsessen, was auch immer. Wenn du nicht trinkst, bist du entweder schwanger, hast bereits ein Alkoholproblem, bist ein Weichei oder ein Spaßverderber. Ach ja: Oder ein Gesundheitsfanatiker.

Ich denke, dieser Zustand ist problematisch. An sich hat das Ganze kaum etwas mit Übergewicht zu tun. Und dennoch habe ich mich irgendwie wiedergefunden.

Zum einen geht es darum, einfach aufzuwachen. Sein eigenes Verhalten, die eigene Motivation für das Verhalten zu sehen, zu hinterfragen und schließlich zu steuern.

Zum anderen ist so viel Halbwissen, Unwissen und Unverständnis unter uns verbreitet, dass es schon fast weh tut. Ich sage gar nicht, dass ich irgendetwas besser weiß als andere. Ich will nur nicht mehr so behandelt werden, als wäre das Gegenteil der Fall.